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Entspannt arbeiten

Machen Sie doch, was Sie wollen!

Tun Sie genug von dem, was Ihnen Spaß macht? Vielleicht möchten Sie das schnell herausfinden. Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein Blatt Papier, ein Stift und eine halbe Stunde Zeit.

Schreiben Sie links oben auf das Blatt die Überschrift: „20 Dinge, die ich mag“. Darunter notieren Sie jetzt in einer Spalte 20 Dinge, die Sie gern tun. Schreiben Sie auf, was Ihnen in den Sinn kommt: Eis essen, im Wald umherstreifen, fremde Länder entdecken – was immer Ihnen gefällt.

Wenn Ihre Liste vollständig ist, machen Sie daraus eine Tabelle: Schreiben Sie oben quer über das Blatt, in die Zeile neben der Überschrift, folgende Fragen: Wann zum letzten Mal? Kostet es viel oder wenig Geld? Alleine oder mit jemandem zusammen? Auf die Arbeit bezogen? Drinnen oder draußen? Schnelle oder langsame Tätigkeit? Geistig oder körperlich?

Beantworten Sie nun die Fragen in Ihrer Tabelle! Na, gönnen Sie sich den Luxus, hin und wieder zu tun, was Ihnen Freude macht? Wie könnten Sie mehr davon unterbringen in Ihrem Leben? Finden Sie es heraus! Es lohnt sich.

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Besser Schreiben Tipps

Fünf unwiderstehliche Teaser-Typen

Vorspänne und Teaser sollen Leser und Internet-Nutzer in Texte locken. Doch wie schafft man das in drei, vier knappen Sätzen? Wer gelungene Vorspänne analysiert, stößt auf wiederkehrende Strukturprinzipien – fünf bewährte Mechanismen, dem Leser Lust auf mehr zu machen.

1: Das Nutzwertversprechen
„Pickel sind eine peinliche Pubertätsplage. Bei uns erfährst Du, was du gegen sie tun kannst.“ (bravo.de) Ratgeber-Teaser wie dieser zeigen den Lesern ein Problem, das sie umtreibt. Dann verheißen sie die Lösung.

2: Der Cliffhanger
„Der Bergsteiger Aron Ralton wandert durch die einsamen Canyons Utahs. Plötzlich trifft den jungen Mann ein Steinschlag, seine rechte Hand bleibt zwischen einem Felsblock und der Canyonwand eingeklemmt. 127 Stunden später trifft Aron die schwerste Entscheidung seines Lebens.“ (zdf.de)  Cliffhanger reißen die Geschichte an und brechen dann ab. Wer wissen will, wie’s weiterging, muss weiterlesen.

3. Die Geschichte in der Nussschale
„Im westfranzösischen Angers biss eine Frau in ein Hacksteak, als sie plötzlich etwas Hartes spürte. Sie zog einen menschlichen Zahn mit Metallkrone aus ihrem Essen.“ (welt.de)  Anders als der Cliffhanger skizziert der Nussschalen-Vorspann die ganze Geschichte. Vorsicht: Das funktioniert nur, wenn der Inhalt stark von der Alltagserfahrung der Leser abweicht.

4: Der Appetithappen:
„Guillaume Néry ist einer der Top-Stars unter den Apnoe-Tauchern. Im Interview spricht der Franzose über die riskante Jagd nach neuen Rekorden, die Kunst, acht Minuten lang die Luft anzuhalten – und über den Rausch in hundert Metern Tiefe.“ (spiegel.de)  Der Autor lässt drei Höhepunkte des Interviews aufblitzen. Diese Appetitanreger machen Lust auf mehr.

5: Das Paradoxon
„Wer scheitert gilt als Verlierer. Falsch, sagt der Buchautor Gerhard Scheucher – denn private und berufliche Rückschläge seien ein wichtiger Teil des Erfolgs. Im Interview erklärt er, wie man heiterer scheitert.“ (spiegel.de)  Teaser wie dieser konfrontieren den Leser mit einem Widerspruch, aufgelöst wird dieser erst im Haupttext.

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Besser Schreiben

Zahlen lügen eben doch!

Zahlen suggerieren Sachlichkeit und Objektivität. Lobbyisten aller Lager verwenden sie deshalb gern, um für ihre Sache zu werben. Manchmal lügen sie dabei, dass sich die Balken in ihren Diagrammen biegen. So entlarven Sie die drei häufigsten Tricks der Zahlenverdreher.

Trick 1: Lügen mit relativen Zahlen

Die Botschaft einer Kampagne für Vorsorgeuntersuchungen (Mammografien) gegen Brustkrebs lautete: Frauen über 50 senkten ihr Risiko, an dieser Krankheit zu sterben, um 25 Prozent, wenn sie einmal im Jahr zur Mammografie gingen. Das hätten Studien bewiesen. Gelogen war das nicht. Aber redliche Information sieht trotzdem anders aus. Denn das steckt hinter den zitierten Studien: Von 1000 Frauen, die nicht zur Mammografie gehen, sterben innerhalb von zehn Jahren im Schnitt 4 an Brustkrebs. Bei Frauen, die sich jährlich auf Brustkrebs untersuchen lassen, sind es drei, also eine weniger (= – 25 Prozent). Die absoluten Zahlen haben die Medizin-Lobbyisten lieber verschwiegen. Weil sonst ihr Konzept der Panikmache nicht aufgegangen wäre.

Merke: Misstrauen Sie jedem, der mit Prozentangaben überzeugen will, ohne die absoluten Zahlen zu nennen!

Trick 2: Lügen mit absoluten Zahlen

Im Jahr 2006 rühmte sich der nordrhein-westfälische Familienminister Armin Laschet (CDU) bei einer Diskussionsveranstaltung der „Süddeutschen Zeitung“ damit, dass die Landesregierung 1000 zusätzliche Lehrer eingestellt habe. Zu seinem Pech saß der Statistikprofessor Gerd Bosbach im Publikum. „Wie viele Schulen gibt es denn in NRW?“, fragte dieser. Als Laschet zugeben musste, dass sich die 1000 neuen Lehrerstellen auf rund 7000 öffentliche Schulen verteilen – also nur jede siebte Schule einen Lehrer dazu bekam – ging ein Raunen durch den Saal.

Merke: Misstrauen Sie jedem, der mit absoluten Zahlen beeindrucken will, ohne die Bezugsgröße zu nennen!


Trick 3: Lügen mit Umfragen

Im März 2010 verkündete der Internetdienst Yahoo in einer Pressemitteilung: Für 90 Prozent „der Nutzer“ sei das Internet täglich unverzichtbar. Dagegen schalteten nur noch 68 Prozent jeden Tag den Fernseher ein. Befragt hatte Yahoo dafür aber nur Heavy-User, die Yahoo regelmäßig nutzen und das Internet seit mindestens 10 Jahren. Diese Umfrage führte also zu der wenig überraschenden Erkenntnis, dass Menschen, die das Internet häufig nutzen, das Internet häufig nutzen.

Merke: Misstrauen Sie jedem, der mit Umfrage-Ergebnissen überzeugen möchte, ohne preiszugeben, wie sich die Stichprobe der Befragten zusammensetzt!

Eine Fülle weiterer Beispiele finden Sie in dem Buch „Lügen mit Zahlen“ von Gerd Bosbach und Jens Korff (Heyne 2011, 18,99 €).

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Entspannt arbeiten

Die 24-Stunden-Auszeit

Träumen auch Sie manchmal davon, alles hinzuschmeißen und ein Leben ohne Termine, Leistungsdruck und Verpflichtungen zu führen? Dann tun Sie’s doch einfach!

Im großen Stil auszusteigen, birgt erhebliche Risiken. Wahrscheinlich verlieren Sie Ihre Arbeit, Ihr Vermögen, Ihren Partner, die Kinder und das Haus. Deshalb empfehle ich, Ihre Auszeit auf 24 Stunden zu beschränken.

Ein ganzer Tag nur für Sie

Werfen Sie einen Blick in Ihren Kalender. Reservieren Sie einen Tag, den Sie nur mit sich verbringen – keine Familie, keine Freunde, keine Arbeit, kein Telefon. Verlassen Sie für diesen Tag Ihr gewohntes Umfeld. Nehmen Sie sich ein Hotelzimmer in der Nachbarstadt, gehen Sie in ein Museum oder streifen Sie durch die Wälder.

Planen Sie Ihre 24-Stunden-Auszeit nur in groben Zügen. Es geht nicht darum, ein Programm abzuarbeiten. Sie sollen einen Tag lang nur das tun, was Ihnen guttut und was Ihnen Genuss verschafft.

Sie werden nicht eine von Ihren 24-Stunden-Auszeiten bereuen

Egal wie viele solcher 24-Stunden-Auszeiten Sie im Laufe Ihres Lebens einlegen, jede einzelne wird Ihnen im Gedächtnis bleiben. Probieren Sie’s aus!