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60 Minuten Gratis-Webinar

Damit Sie wirkungsvolle Texte schreiben – und dafür nicht mehr Zeit aufwenden als nötig

Jede Firma, jede NGO, jeder Verein, die Verwaltung – alle produzieren Text. Oft unter Qualen. Und sehr oft mit erschreckend geringer Wirkung.

Unzählige Texte bereiten nicht nur ihren Autorinnen und Autoren unnötige Mühe, sondern auch den Leserinnen und Lesern. Weil sie an der Zielgruppe vorbei kommunizieren. Weil sie nicht zum Punkt kommen. Weil sie schwer verständlich sind.

Mit diesem Gratis-Webinar beginnen Sie, Ihre Qualen beim Schreiben zu lindern – und die Ihrer Leser.

Sie erfahren

  • warum die meisten Schreiber für ihre Texte viel länger brauchen als sie müssten
  • wie Sie Texte produzieren, die die gewünschte Wirkung tatsächlich entfalten
  • wie Sie Ihren Schreibprozess organisieren müssen, damit er möglichst schnell abläuft

Entdecken Sie das Geheimnis der Schnellschreiber!

Melden Sie sich jetzt an zum

Gratis-Webinar „Effizient schreiben“ am Donnerstag, 25. Juni, 09.00 bis 10.00 Uhr.

Sie brauchen dafür nur Internet und Ton.

Schicken Sie Ihre Anmeldung mit dem Betreff „Effizient schreiben“ an
mail@steffen-sommer.com!

Dann erhalten Sie Ihre Zugangsdaten kostenlos per Mail.

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Wie mich Corona zu meinem Glück zwingt und was Sie davon haben

Meine Schreib-Workshops können Sie jetzt auch bequem vom (Home-) Office aus besuchen

Am 11. März erklärte die WHO Covid-19 offiziell zur Pandemie. Eine Woche später war mein Seminarkalender bis in den Herbst hinein wie leergefegt. – Und das ist irgendwie auch ein Segen.

Hätte mir vor zwei Monaten eine gute Fee gesagt: „Du hast 3 Wünschen frei für dein Büro für klare Sprache“ – ich hätte nicht lang überlegen müssen:

  • Ich hätte mir Zeit gewünscht, um endlich nicht mehr nur in, sondern auch einmal wieder an meinem Business zu arbeiten. Neue Produkte kreieren, neue Formate ausprobieren, die meinen Kunden helfen, ihre Kommunikationsziele zu erreichen.
  • Ich hätte mir neue Mitstreiter gewünscht, andere Selbstständige, Trainer, Berater, die ihre Berufung ebenfalls nicht allein darin sehen, Ihre Kunden für Geld glücklich zu machen – sondern (Achtung Pathos!) damit auch die Welt ein klein bisschen lebenswerter.
  • Und ich hätte mir gewünscht, weniger reisen zu müssen. Die Lebensqualität leidet, wenn man ein Drittel seiner Nächte in Hotels und ungezählte Stunden in Zügen und Flugzeugen zubringt.
So bewerten Teilnehmer meinen allerersten Online-Workshop. Danke nach Wien! 🙂

Corona erfüllt mir alle drei Wünsche auf einmal.

Plötzlich habe ich die Zeit – und den Druck – mein Geschäftsmodell völlig neu zu denken. Ganz ehrlich: Noch vor wenigen Wochen hatte ich weder die Muße noch Lust, mir Gedanken über Webinar-Konzepte, Online-Coachings, Lernvideos oder die Neu-Gestaltung meiner Website zu machen.

Das Virus hat mir einen kräftigen Tritt in den Hintern verpasst.

Also habe ich mich von René Penselin zum Online-Trainer ausbilden lassen und Tage- und nächtelang an meinen ersten Online-Schreibwerkstätten gefeilt. Jetzt staune ich selbst über die Möglichkeiten und den Spaß, den man dabei haben kann und freue mich über meine Teilnehmer, denen es genauso geht.

Seminare, Schreibworkshops, Textcoaching bis hin zur Begleitung kompletter Redaktionsprozesse sind über Zoom, Teams, Webex und wie die Tools alle heißen, ohne großen Aufwand möglich – und mindestens genauso effektiv wie Präsenztrainings.

Das heißt nicht, dass wir uns nicht auch im echten Leben wiedersehen. Gespräche beim Pausen-Kaffee oder Feierabendbier lassen sich virtuell tatsächlich schwer simulieren. Aber was spricht dagegen, die Chancen der Digitalisierung zusätzlich zu nutzen? Überlegen Sie nur mal, wie viel Geld man damit sparen kann! Wenn sich 15 Teilnehmer aus ganz Deutschland und ein Trainer für zwei Tage in Berlin treffen, kommen locker acht-, neuntausend Euro nur für Reisekosten zusammen!

Nicht zuletzt hat mir Corona neue Freunde beschert.

Nie zuvor habe ich mich intensiver mit Kunden, mit anderen Trainern und Beratern ausgetauscht. Corona zwingt uns alle, uns neu zu (er-)finden – diese Not schweißt offenbar zusammen und setzt ungeahnte Energien frei. Nie habe ich in so kurzer Zeit so viel dazugelernt.

Damit das hier nicht so rüberkommt, als wäre ich rundum sorglos in dieser Krise, will ich gern zugeben, dass auch mich zwischendurch schon mal die blanke Existenzangst packt. Aber soll ich mich von der lähmen lassen? Nee! Corona ist in der Welt, ob uns das passt, oder nicht. Machen wir das Beste daraus, am besten gemeinsam!

Jetzt darf sich mein Seminarkalender gerne wieder füllen.

Ich freue mich, wenn ich bald wieder für Sie und mit Ihnen an Texten und an Ihrer Schreibe feilen darf. Lassen Sie uns neue Wege der digitalen Zusammenarbeit erkunden – und hoffentlich bald auch wieder gemeinsam den Pausenkaffee und das After-Workshop-Bier genießen!

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Besser Schreiben Tipps

Wie man schnell einen guten Text schreibt

Die meisten von uns schreiben so: Den Kopf voller Informationen hämmern wir die ersten Worte unseres Textes in die Tastatur. Doch schon nach wenigen Sätzen wissen wir nicht weiter. Es hakt. Üblicherweise springen wir dann an den Textanfang zurück, lesen alles noch einmal und redigieren in dem Textfragment herum. Irgendwann gelangen wir an die Hürde, an der wir vorher verweigert haben, wuchten uns drüber – nur, um ein paar Zeilen später wieder hängenzubleiben. Diesen Zyklus durchlaufen wir immer und immer wieder. Bis endlich eine mehr oder weniger brauchbare Rohfassung vor uns liegt.

Es gibt effizientere Wege, einen guten Text zu schreiben. Das Geheimnis der Schnellschreiber: Sie zerlegen ihren Schreibprozess in mehrere Phasen.

PHASE 1: DAS ZIEL DEFINIEREN
Wenn Ihnen Ihr Text leicht von der Hand gehen soll, müssen Sie präzise wissen, was Sie sagen wollen. Und zwar, bevor Sie in die Tasten hauen! Was ist die Botschaft Ihres Textes? Interessiert das Ihre Leser überhaupt? Am besten beginnen Sie damit, diese Fragen in einem Vorspann überzeugend zu beantworten. Bringen Sie Ihr Thema in zwei, drei Sätzen auf den Punkt. Henri Nannen hätte gefordert: „Finden Sie den Küchenzuruf der Geschichte!“

PHASE 2: DEN WEG SKIZZIEREN
Wer schnell schreiben will, muss nicht nur sein Ziel kennen, sondern auch den kürzesten Weg dorthin. Legen Sie die Meilensteine Ihres Textes fest! Mit anderen Worten: Machen Sie sich eine Gliederung. Aber verzetteln Sie sich nicht dabei. Wenn Sie zu detailiert planen, sind Sie später beim Schreiben nicht offen für intuitive Einfälle. Eine Hand voll Meilensteine reichen. Mehr können weder Sie sich merken, noch Ihre Leser. Wie Sie Ihren Text aufbauen, hängt davon ab, welchen Kommunikationszweck Sie damit verfolgen. Machen Sie sich mit den Erfordernissen der verschiedenen Stilformen vertraut.

PHASE 3: RAUSROTZEN
Jetzt schreiben Sie den Text herunter. Und zwar möglichst schnell, in einem Guss und wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist. Fallen Sie sich nicht selbst ins Wort! Vergessen Sie die Schere im Kopf! Lassen Sie’s einfach fließen! Das funktioniert – wenn Sie Ihren Text in den Phasen 1 und 2 sauber geplant haben.

PHASE 4: DIE ETAPPENTECHNIK
Wenn Sie sich selbst nicht aus dem Schreibfluss reißen, besorgen das andere für Sie. Die Chefin will Sie sprechen, der Kollege telefoniert zu laut, Sie müssen aufs Klo – es gibt tausend Gründe. Widerstehen Sie in solchen Fällen der Versuchung, Ihren Text nach der Unterbrechung von A bis Z durchzulesen! Steigen Sie einfach an der Stelle wieder in den Text ein, an der Sie ausgestiegen sind. Dazu genügt es, die letzen zwei, drei Zeilen des Textes zu lesen.

PHASE 5: FEINSCHLIFF
Jetzt erst redigieren Sie Ihren Text. Sie werden überrascht sein, wie wenig zu tun bleibt. Denn wenn Sie in Phase 3 so schreiben wie Sie sprechen, formulieren Sie automatisch einfach, kraftvoll und verständlich.

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Entspannt arbeiten Tipps

Das Notizbuch – eine externe Festplatte für Ihren Kopf

Jeder notiert sich Informationen, Aufgaben und Ideen. Die Frage ist nur, wo und wie. Denn während die einen jederzeit alle gewünschten Aufzeichnungen parat haben, verlieren sich andere im Chaos ihrer Zettelwirtschaft. Fünf Tipps, wie Sie Ihr Notizbuch optimal nutzen.

1. Beenden Sie den Papierkrieg
Vergessen Sie Post-Its und Blätter aus der Zettelbox! Wenn Sie Ihre Notizen in den Griff und Ihren Kopf frei bekommen wollen, brauchen Sie einen Ort für alle Aufzeichnungen. Mit anderen Worten: Kaufen Sie sich ein Notizbuch! Mindestens 100 Seiten stark sollte es sein, robust gebunden und nicht kleiner als Din-A-5. Vielleicht wollen Sie ab und zu einen Zeitungsausschnitt einkleben oder eine Skizze zeichnen. Dafür brauchen Sie Platz.

 2. Bereiten Sie Ihr Notizbuch vor
Kleben Sie Ihre Visitenkarte auf die erste Seite Ihres Arbeitsbuches. Daneben schreiben Sie eine Botschaft für eventuelle Finder. Vielleicht so: „Ich brauche dieses Buch für meine Arbeit. Bitte melden Sie sich bei mir, falls Sie es finden. Herzlichen Dank“.

Nummerieren Sie alle Seiten Ihres Notizbuches. Ziehen Sie jeweils links auf jeder Seite mit dem Lineal einen etwa fünf Zentimeter breiten Rand. Dieser linke Rand ist wichtig, er erleichtert Ihnen die Orientierung. Denn dort notieren Sie Kürzel, mit denen Sie Ihre Notizen näher beschreiben (siehe 3.).

Die letzten Seiten Ihres Buches dienen als Inhaltsverzeichnis: Immer wenn Sie vorne etwas notieren, was Sie immer wieder brauchen werden, halten Sie hinten ein passendes Stichwort fest und im linken Rand daneben die Seite, auf der sich die entsprechenden Informationen befinden.

 3. Definieren Sie eindeutige Kürzel

Überlegen Sie sich Kürzel, mit denen Sie einzelne Notizen voneinander unterscheiden. Etwa T! wie Termin, T wie Telefonat, eM wie E-Mail oder A wie Aufgabe. Unterschiedliche Prioritäten können Sie durch ein bis fünf Sternchen symbolisieren. Finden Sie eindeutige Kürzel, die sich selbst erklären. Zur Sicherheit notieren Sie alle Kürzel samt Bedeutung im Inhaltsverzeichnis Ihres neuen Arbeitsbuches.

 4. Geben Sie Ihrem Buch einen festen Platz
Ihr Notizbuch wird Ihre Arbeit deutlich effizienter machen. Aber nur, wenn Sie es bei jeder Gelegenheit nutzen. Schlagen Sie es auf und positionieren Sie es so auf Ihrem Schreibtisch, dass Sie jederzeit die aktuelle Seite sehen und beschriften können. Auch wenn Sie unterwegs sind, sollte Ihr Notizbuch stets griffbereit sein.

 5. Nutzen Sie ab sofort nur noch dieses Buch für Ihre Notizen
Halten Sie Gesprächsnotizen, Recherche-Ergebnisse, Aufgaben und Ideen – eben alles, was für Ihre Arbeit wichtig ist – ausschließlich in Ihrem neuen Arbeitsbuch fest. So können Sie sicher sein, dass Ihnen nichts durch die Lappen geht.

Am Ende jedes Arbeitstages ziehen Sie einen Strich unter Ihre ufzeichnungen. Über diesen Strich notieren Sie das Datum des Folgetages. Haken Sie alle erledigten Todos ab. Unerledigte notieren Sie für den Folgetag unter der Linie. Termine übertragen Sie in Ihren Kalender.

Experimentieren Sie ein bisschen. Sie werden sehen, bald können Sie sich nicht mehr vorstellen, jemals ohne Ihr Arbeitsbuch ausgekommen zu sein.

 

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Wie man Kompliziertes einfach sagt

Einer muss sich quälen, der Autor oder sein Leser. Ein bisschen Theorie kann helfen, die Qualen für beide zu lindern: zum Beispiel das Hamburger Verständlichkeitsmodell. Es gehört zu den Klassikern der Verständlichkeitsforschung.

Hamburger Wissenschaftler um den Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun traktierten Testleser bereits Anfang der 70er Jahre mit Sachtexten, die jeweils den gleichen Inhalt transportierten, aber unterschiedlich formuliert waren.

Eine Gruppe von Probanden schätzte ein, wie stark auf einen Text bestimmte Eigenschaften zutrafen, zum Beispiel „übersichtlich“ versus „unübersichtlich“. Eine zweite Gruppe las die Texte mit dem Auftrag, sich möglichst viele Fakten zu merken. Je mehr Informationen die Tester behalten konnten, desto verständlicher der dazugehörige Text, so die Annahme der Forscher.

Mit Hilfe einer Faktorenanalyse (statistisches Rechenverfahren) identifizierten die Forscher vier Stellschrauben, an denen man drehen kann, um einen Text verständlicher zu machen:

STELLSCHRAUBE 1: Einfachheit
Wenn Sie verstanden werden wollen, sollten Sie einfache Worte verwenden und möglichst einfache Sätze konstruieren. Das klingt banal, wird aber häufig missachtet. Verstehen Sie beispielsweise folgenden Satz aus der „Stuttgarter Zeitung“? „Seine Skizzierung von Musils Ideen, die Satzfragmente des Originals mit eigenen Bonmots durchschießt und aus dem Fundus der Geistesgeschichte garniert, lässt zwar Aperçus aufblitzen, doch Licht auf den Gegenstand wirft dieses Funkeln wenig.“

STELLSCHRAUBE 2: Ordnung
Ein Autor, der seine Argumente und Informationen wie Kraut und Rüben über den Text verstreut, macht es seinen Lesern unnötig schwer. Wie die optimale Gliederung für ihren Text aussieht, hängt von der Absicht ab, die Sie verfolgen. Ein Kommentar ist eben anders gebaut als eine Nachricht.

STELLSCHRAUBE 3: Prägnanz
Schreiben Sie nicht nachfolgen, wenn Sie folgen schreiben können! Schreiben Sie nicht: die Bereiche Marketing und Vertrieb arbeiten bei uns im Hause eng zusammen. Sondern: Bei uns arbeiten Marketing und Vertrieb eng zusammen. Heiße Luft in Texten raubt den Lesern die Motivation. Sie müssen erst mühsam das sprachliche Gestrüpp beiseite räumen, um zum eigentlichen Sinn vorzudringen. Ersparen Sie ihren Lesern jeden Buchstaben, den sie nicht brauchen!

STELLSCHRAUBE 4: Anregende Zusätze
Um abstrakte Fakten begreifbar zu machen, helfen Einfachheit, Ordnung und Prägnanz allein nicht weiter. Würzen Sie ihre Geschichte mit Beispielen, Anekdoten und Vergleichen. Zu den „anregenden Zusätzen“ gehören darüber hinaus Grafiken und Fotos. Sie wissen ja: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

 

Lesetipp: Langer/Schulz von Thun/Tausch: „Sich verständlich ausdrücken“, Ernst Reinhard Verlag, München 2011

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Entspannt arbeiten

Tomaten gegen die Selbstausbeutung

Wir arbeiten am besten, wenn wir uns auf eine Aufgabe konzentrieren. Phasen der Erholung fördern die Konzentration. Dem wird niemand widersprechen. Und doch lassen wir uns ständig ablenken und gönnen uns viel zu selten eine Pause. Dagegen hilft in meinem Fall nur die Pomodoro-Technik.

Das Problem: Multitasking und zu wenig Pausen

Ich setze mich an meinen Rechner, um einen Beitrag für das Magazin eines Kunden zu schreiben. Kaum stehen die ersten Zeilen, klingelt das Telefon: ein Interviewpartner ruft wie versprochen zurück. 35 Minuten später lege ich auf. Noch bevor ich wieder in die Tasten hauen kann, meldet sich das Telefon erneut: Ob ich Zeit und Lust hätte, ein Seminar für seine Mitarbeiter zu geben, will ein befreundeter Agentur-Chef wissen. Klar hab ich Lust! Ich bedanke mich und blocke sofort drei Termine in meinem Kalender. Wo ich schon mal dabei bin, checke ich gleich noch meine Mails. Ob die Berliner mein Honorar endlich überwiesen haben? Ich schau schnell…

Es gibt viele Programme, die die Pomodoro-Technik abbilden. Auf meinem Rechner habe ich Pomodairo (kostet nichts) installiert. Dort kann ich meine Todos auflisten und dazu schreiben, wie viel Zeit (in 25-Minuten-Einheiten) ich jeder Aufgabe widmen möchte. Mir hilft´s.
Es gibt viele Programme, die die Pomodoro-Technik abbilden. Auf meinem Rechner habe ich Pomodairo (kostet nichts) installiert. Dort kann ich meine Todos auflisten und dazu schreiben, wie viel Zeit (in 25-Minuten-Einheiten) ich jeder Aufgabe widmen möchte. Mir hilft´s.

Wenn ich nicht aufpasse, laufen meine Bürotage in etwa so ab. Und vermutlich bin ich mit diesem Problem nicht alleine. Wie unproduktiv, teuer und gesundheitsschädlich dieser Multitasking-Wahnsinn ist, hat Anne Seith in einem ►Artikel für Spiegel-Online eindrucksvoll zusammengefasst.

Die Lösung: eine Küchenuhr

Der Italiener Francesco Cirillo hat herausgefunden, wie man dieser Hölle entrinnt. In den 80-ern litt er darunter, dass es ihm nicht gelang, sich auf sein Studium zu konzentrieren. Sobald er sich über seine Bücher beugte, wanderten seine Gedanken, oder seine Mitbewohner lenkten ihn ab. Irgendwann wurde es ihm zu bunt. Er stellte eine Küchenuhr (sie war aus Plastik und hatte die Form einer Tomate, ital.: Pomodoro) auf seinen Schreibtisch, stellte sie auf 25 Minuten ein – und beschloss erst mit dem Lernen aufzuhören, wenn die Uhr klingelte. Und siehe da: es klappte. Nach einer kleinen Pause wiederholte Cirillo diesen Ablauf. Die Pomodoro-Technik war geboren! Cirillo schrieb ein Büchlein über seine Methode und widmete ihr eine Website: www.pomodorotechnique.com. Inzwischen hat sich die Pomodoro-Technik über die ganze Welt verbreitet – bis hierher in mein kleines Büro unterm Dach unseres Reihenhäuschens. Ich nutze die Methode, seit ich sie zum ersten Mal ausprobiert habe. Denn sie hilft gegen die zwei Seuchen der modernen Arbeitswelt: das Multitasking und die Selbst-Überforderung durch pausenloses Schuften.

So funktioniert die Pomodoro-Technik:

  1. Schreiben Sie auf, was Sie heute erledigen wollen.
  2. Priorisieren Sie die Aufgaben auf dieser Todo-Liste.
  3. Stellen Sie einen Timer auf 25 Minuten ein – er muss nicht aussehen wie eine Tomate.
  4. Arbeiten Sie konzentriert an der ersten Aufgabe auf Ihrer Liste – bis die 25 Minuten um sind.
  5. Legen Sie 5 Minuten Pause ein. Pause bedeutet, dass Sie jetzt nicht über die Arbeit nachdenken!
  6. Stellen Sie die Uhr aufs Neue und arbeiten Sie weiter.
  7. Nach vier mal 25 Minuten (= vier Pomodoros), machen Sie eine Pause von 15 bis 30 Minuten.

Wichtig: Wenn jemand Ihren Pomodoro (eine 25-Minuten-Konzentrationsphase) stört, oder Ihnen ein wichtiger Gedanke kommt, halten Sie den Grund für die Unterbrechung fest und arbeiten dann weiter. Beispiel: Jemand ruft Sie an. Sagen Sie ihm, dass Sie jetzt keine Zeit haben, aber gerne zurückrufen. Notieren Sie, wann Sie zurückrufen werden und kehren Sie zurück zu Ihrer Aufgabe. Arbeiten Sie konzentriert weiter, bis die 25 Minuten vorbei sind. Den Anruf erledigen Sie später, in einem anderen Pomodoro.

Die Methode ist so simpel, dass sie bei mir auf Anhieb funktioniert hat.

Probieren Sie´s aus!

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Sprachmarotten

Fußball pur!

 

Die Euro 2012 ist in die Geschichte eingegangen als das „Purpur-Turnier“. Denn ohne das Wort „pur“ ließe sie sich gar nicht denken. Schon Wochen vor dem Eröffnungsspiel verhieß „kurzurlaub-ballermann.de“ während der EM „Partystimmung pur“ auf Mallorca. Hoteliers im kroatischen Seebad Opatija versprachen, LCD-Fernseher aufzustellen, für „Fußball-Spaß pur“. Und in Münchner Biergärten, sollten die Gäste „Stadionatmosphäre pur“ erleben.

Emotion pur!

Vor dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft prognostizierte Portugals Ex-Star Luis Figo: „Das wird Emotion pur!“ Wie richtig er damit lag, zeigte sich, als Nani in der 93. Minute fast zum 1:1 ausgeglichen hätte. „Dramatik pur“ meldete der Live-Ticker auf „fr-online“.

Dramatik pur!

„Das ist Dramatik pur“ schrieb auch ein Redakteur von „news.de“– diesmal, um das Match gegen die Holländer anzupreisen. „Ein Spiel bei dem sich die Nackenhaare aufstellen, Emotion pur.“ Nach dem 2:1 für Jogis Jungs herrschte in einem Fußballforum mit dem Titel „Fußball pur“ nur noch Häme pur für die Niederländer. Als dann die Deutschen auch noch ihr drittes Vorrundenspiel mit 2:1 gewonnen hatten, titelte „Leipzig TV“ im Netz: „EM-Stimmung pur: Ganz Sachsen feiert Sieg der deutschen Mannschaft gegen Dänemark“.

Motivation pur!

Richtig ernst wurde es im Viertelfinale. „Focus.de“ zufolge verströmten die griechischen Kicker nämlich „Motivation pur“. Schon sorgte sich Alexander Kühn vom „Züricher Tagesanzeiger“, Angela Merkel könnte den griechischen Siegeswillen noch weiter anstacheln. „Wenn Sie beim Griechenland-Spiel auf der Tribüne sitzen, ist das Provokation pur“, schrieb er in einem offenen Brief an die Kanzlerin. Merkel kam trotzdem, sah das Spiel und siegte. „Jubel pur“ konstatierte der „Bonner Generalanzeiger“.

Frust pur!

Im Halbfinale sorgte Mario Balotelli dann dafür, dass Löw, Flick und Köpke auf der Trainerbank „Frust pur“ schoben (rp-online). Eine gewisse Genugtuung verschaffte uns am Ende einmal mehr die „Bildzeitung“, als sie ebendiesen Balotelli nach dem 0:4 im Finale „Tränen pur“ weinen ließ. Die EM 2012 ist Geschichte.

Am Sonntag steht Deutschland im Finale der Weltmeisterschaft 2014 – Gänsehaut pur!

 

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Entspannt arbeiten

Machen Sie doch, was Sie wollen!

Tun Sie genug von dem, was Ihnen Spaß macht? Vielleicht möchten Sie das schnell herausfinden. Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein Blatt Papier, ein Stift und eine halbe Stunde Zeit.

Schreiben Sie links oben auf das Blatt die Überschrift: „20 Dinge, die ich mag“. Darunter notieren Sie jetzt in einer Spalte 20 Dinge, die Sie gern tun. Schreiben Sie auf, was Ihnen in den Sinn kommt: Eis essen, im Wald umherstreifen, fremde Länder entdecken – was immer Ihnen gefällt.

Wenn Ihre Liste vollständig ist, machen Sie daraus eine Tabelle: Schreiben Sie oben quer über das Blatt, in die Zeile neben der Überschrift, folgende Fragen: Wann zum letzten Mal? Kostet es viel oder wenig Geld? Alleine oder mit jemandem zusammen? Auf die Arbeit bezogen? Drinnen oder draußen? Schnelle oder langsame Tätigkeit? Geistig oder körperlich?

Beantworten Sie nun die Fragen in Ihrer Tabelle! Na, gönnen Sie sich den Luxus, hin und wieder zu tun, was Ihnen Freude macht? Wie könnten Sie mehr davon unterbringen in Ihrem Leben? Finden Sie es heraus! Es lohnt sich.

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Besser Schreiben Tipps

Fünf unwiderstehliche Teaser-Typen

Vorspänne und Teaser sollen Leser und Internet-Nutzer in Texte locken. Doch wie schafft man das in drei, vier knappen Sätzen? Wer gelungene Vorspänne analysiert, stößt auf wiederkehrende Strukturprinzipien – fünf bewährte Mechanismen, dem Leser Lust auf mehr zu machen.

1: Das Nutzwertversprechen
„Pickel sind eine peinliche Pubertätsplage. Bei uns erfährst Du, was du gegen sie tun kannst.“ (bravo.de) Ratgeber-Teaser wie dieser zeigen den Lesern ein Problem, das sie umtreibt. Dann verheißen sie die Lösung.

2: Der Cliffhanger
„Der Bergsteiger Aron Ralton wandert durch die einsamen Canyons Utahs. Plötzlich trifft den jungen Mann ein Steinschlag, seine rechte Hand bleibt zwischen einem Felsblock und der Canyonwand eingeklemmt. 127 Stunden später trifft Aron die schwerste Entscheidung seines Lebens.“ (zdf.de)  Cliffhanger reißen die Geschichte an und brechen dann ab. Wer wissen will, wie’s weiterging, muss weiterlesen.

3. Die Geschichte in der Nussschale
„Im westfranzösischen Angers biss eine Frau in ein Hacksteak, als sie plötzlich etwas Hartes spürte. Sie zog einen menschlichen Zahn mit Metallkrone aus ihrem Essen.“ (welt.de)  Anders als der Cliffhanger skizziert der Nussschalen-Vorspann die ganze Geschichte. Vorsicht: Das funktioniert nur, wenn der Inhalt stark von der Alltagserfahrung der Leser abweicht.

4: Der Appetithappen:
„Guillaume Néry ist einer der Top-Stars unter den Apnoe-Tauchern. Im Interview spricht der Franzose über die riskante Jagd nach neuen Rekorden, die Kunst, acht Minuten lang die Luft anzuhalten – und über den Rausch in hundert Metern Tiefe.“ (spiegel.de)  Der Autor lässt drei Höhepunkte des Interviews aufblitzen. Diese Appetitanreger machen Lust auf mehr.

5: Das Paradoxon
„Wer scheitert gilt als Verlierer. Falsch, sagt der Buchautor Gerhard Scheucher – denn private und berufliche Rückschläge seien ein wichtiger Teil des Erfolgs. Im Interview erklärt er, wie man heiterer scheitert.“ (spiegel.de)  Teaser wie dieser konfrontieren den Leser mit einem Widerspruch, aufgelöst wird dieser erst im Haupttext.

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Zahlen lügen eben doch!

Zahlen suggerieren Sachlichkeit und Objektivität. Lobbyisten aller Lager verwenden sie deshalb gern, um für ihre Sache zu werben. Manchmal lügen sie dabei, dass sich die Balken in ihren Diagrammen biegen. So entlarven Sie die drei häufigsten Tricks der Zahlenverdreher.

Trick 1: Lügen mit relativen Zahlen

Die Botschaft einer Kampagne für Vorsorgeuntersuchungen (Mammografien) gegen Brustkrebs lautete: Frauen über 50 senkten ihr Risiko, an dieser Krankheit zu sterben, um 25 Prozent, wenn sie einmal im Jahr zur Mammografie gingen. Das hätten Studien bewiesen. Gelogen war das nicht. Aber redliche Information sieht trotzdem anders aus. Denn das steckt hinter den zitierten Studien: Von 1000 Frauen, die nicht zur Mammografie gehen, sterben innerhalb von zehn Jahren im Schnitt 4 an Brustkrebs. Bei Frauen, die sich jährlich auf Brustkrebs untersuchen lassen, sind es drei, also eine weniger (= – 25 Prozent). Die absoluten Zahlen haben die Medizin-Lobbyisten lieber verschwiegen. Weil sonst ihr Konzept der Panikmache nicht aufgegangen wäre.

Merke: Misstrauen Sie jedem, der mit Prozentangaben überzeugen will, ohne die absoluten Zahlen zu nennen!

Trick 2: Lügen mit absoluten Zahlen

Im Jahr 2006 rühmte sich der nordrhein-westfälische Familienminister Armin Laschet (CDU) bei einer Diskussionsveranstaltung der „Süddeutschen Zeitung“ damit, dass die Landesregierung 1000 zusätzliche Lehrer eingestellt habe. Zu seinem Pech saß der Statistikprofessor Gerd Bosbach im Publikum. „Wie viele Schulen gibt es denn in NRW?“, fragte dieser. Als Laschet zugeben musste, dass sich die 1000 neuen Lehrerstellen auf rund 7000 öffentliche Schulen verteilen – also nur jede siebte Schule einen Lehrer dazu bekam – ging ein Raunen durch den Saal.

Merke: Misstrauen Sie jedem, der mit absoluten Zahlen beeindrucken will, ohne die Bezugsgröße zu nennen!


Trick 3: Lügen mit Umfragen

Im März 2010 verkündete der Internetdienst Yahoo in einer Pressemitteilung: Für 90 Prozent „der Nutzer“ sei das Internet täglich unverzichtbar. Dagegen schalteten nur noch 68 Prozent jeden Tag den Fernseher ein. Befragt hatte Yahoo dafür aber nur Heavy-User, die Yahoo regelmäßig nutzen und das Internet seit mindestens 10 Jahren. Diese Umfrage führte also zu der wenig überraschenden Erkenntnis, dass Menschen, die das Internet häufig nutzen, das Internet häufig nutzen.

Merke: Misstrauen Sie jedem, der mit Umfrage-Ergebnissen überzeugen möchte, ohne preiszugeben, wie sich die Stichprobe der Befragten zusammensetzt!

Eine Fülle weiterer Beispiele finden Sie in dem Buch „Lügen mit Zahlen“ von Gerd Bosbach und Jens Korff (Heyne 2011, 18,99 €).