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Wie mich Corona zu meinem Glück zwingt – und was Sie davon haben

Meine Schreib-Workshops können Sie jetzt auch bequem vom (Home-) Office aus besuchen. Corona macht´s möglich.

Am 11. März erklärte die WHO Covid-19 offiziell zur Pandemie. Eine Woche später war mein Seminarkalender bis in den Herbst hinein wie leergefegt. – Und das ist irgendwie auch ein Segen.

Hätte mir vor zwei Monaten eine gute Fee gesagt: „Du hast 3 Wünschen frei für dein Büro für klare Sprache“ – ich hätte nicht lang überlegen müssen:

  • Ich hätte mir Zeit gewünscht, um endlich nicht mehr nur in, sondern auch einmal wieder an meinem Business zu arbeiten. Neue Produkte kreieren, neue Formate ausprobieren, die meinen Kunden helfen, ihre Kommunikationsziele zu erreichen.
  • Ich hätte mir neue Mitstreiter gewünscht, andere Selbstständige, Trainer, Berater, die ihre Berufung ebenfalls nicht allein darin sehen, Ihre Kunden für Geld glücklich zu machen – sondern (Achtung Pathos!) damit auch die Welt ein klein bisschen lebenswerter.
  • Und ich hätte mir gewünscht, weniger reisen zu müssen. Die Lebensqualität leidet, wenn man ein Drittel seiner Nächte in Hotels und ungezählte Stunden in Zügen und Flugzeugen zubringt.
So bewerten Teilnehmer meinen allerersten Online-Workshop. Danke nach Wien! 🙂

Corona erfüllt mir alle drei Wünsche auf einmal.

Plötzlich habe ich die Zeit – und den Druck – mein Geschäftsmodell völlig neu zu denken. Ganz ehrlich: Noch vor wenigen Wochen hatte ich weder die Muße noch Lust, mir Gedanken über Webinar-Konzepte, Online-Coachings, Lernvideos oder die Neu-Gestaltung meiner Website zu machen.

Das Virus hat mir einen kräftigen Tritt in den Hintern verpasst.

Also habe ich mich von René Penselin zum Online-Trainer ausbilden lassen und Tage- und nächtelang an meinen ersten Online-Schreibwerkstätten gefeilt. Jetzt staune ich selbst über die Möglichkeiten und den Spaß, den man dabei haben kann und freue mich über meine Teilnehmer, denen es genauso geht.

Seminare, Schreibworkshops, Textcoaching bis hin zur Begleitung kompletter Redaktionsprozesse sind über Zoom, Teams, Webex und wie die Tools alle heißen, ohne großen Aufwand möglich – und mindestens genauso effektiv wie Präsenztrainings.

Das heißt nicht, dass wir uns nicht auch im echten Leben wiedersehen. Gespräche beim Pausen-Kaffee oder Feierabendbier lassen sich virtuell tatsächlich schwer simulieren. Aber was spricht dagegen, die Chancen der Digitalisierung zusätzlich zu nutzen? Überlegen Sie nur mal, wie viel Geld man damit sparen kann! Wenn sich 15 Teilnehmer aus ganz Deutschland und ein Trainer für zwei Tage in Berlin treffen, kommen locker acht-, neuntausend Euro nur für Reisekosten zusammen!

Nicht zuletzt hat mir Corona neue Freunde beschert.

Nie zuvor habe ich mich intensiver mit Kunden, mit anderen Trainern und Beratern ausgetauscht. Corona zwingt uns alle, uns neu zu (er-)finden – diese Not schweißt offenbar zusammen und setzt ungeahnte Energien frei. Nie habe ich in so kurzer Zeit so viel dazugelernt.

Damit das hier nicht so rüberkommt, als wäre ich rundum sorglos in dieser Krise, will ich gern zugeben, dass auch mich zwischendurch schon mal die blanke Existenzangst packt. Aber soll ich mich von der lähmen lassen? Nee! Corona ist in der Welt, ob uns das passt, oder nicht. Machen wir das Beste daraus, am besten gemeinsam!

Jetzt darf sich mein Seminarkalender gerne wieder füllen.

Ich freue mich, wenn ich bald wieder für Sie und mit Ihnen an Texten und an Ihrer Schreibe feilen darf. Lassen Sie uns neue Wege der digitalen Zusammenarbeit erkunden – und hoffentlich bald auch wieder gemeinsam den Pausenkaffee und das After-Workshop-Bier genießen!

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Wie man Kompliziertes einfach sagt

Einer muss sich quälen, der Autor oder sein Leser. Ein bisschen Theorie kann helfen, die Qualen für beide zu lindern: zum Beispiel das Hamburger Verständlichkeitsmodell. Es gehört zu den Klassikern der Verständlichkeitsforschung.

Hamburger Wissenschaftler um den Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun traktierten Testleser bereits Anfang der 70er Jahre mit Sachtexten, die jeweils den gleichen Inhalt transportierten, aber unterschiedlich formuliert waren.

Eine Gruppe von Probanden schätzte ein, wie stark auf einen Text bestimmte Eigenschaften zutrafen, zum Beispiel „übersichtlich“ versus „unübersichtlich“. Eine zweite Gruppe las die Texte mit dem Auftrag, sich möglichst viele Fakten zu merken. Je mehr Informationen die Tester behalten konnten, desto verständlicher der dazugehörige Text, so die Annahme der Forscher.

Mit Hilfe einer Faktorenanalyse (statistisches Rechenverfahren) identifizierten die Forscher vier Stellschrauben, an denen man drehen kann, um einen Text verständlicher zu machen:

STELLSCHRAUBE 1: Einfachheit
Wenn Sie verstanden werden wollen, sollten Sie einfache Worte verwenden und möglichst einfache Sätze konstruieren. Das klingt banal, wird aber häufig missachtet. Verstehen Sie beispielsweise folgenden Satz aus der „Stuttgarter Zeitung“? „Seine Skizzierung von Musils Ideen, die Satzfragmente des Originals mit eigenen Bonmots durchschießt und aus dem Fundus der Geistesgeschichte garniert, lässt zwar Aperçus aufblitzen, doch Licht auf den Gegenstand wirft dieses Funkeln wenig.“

STELLSCHRAUBE 2: Ordnung
Ein Autor, der seine Argumente und Informationen wie Kraut und Rüben über den Text verstreut, macht es seinen Lesern unnötig schwer. Wie die optimale Gliederung für ihren Text aussieht, hängt von der Absicht ab, die Sie verfolgen. Ein Kommentar ist eben anders gebaut als eine Nachricht.

STELLSCHRAUBE 3: Prägnanz
Schreiben Sie nicht nachfolgen, wenn Sie folgen schreiben können! Schreiben Sie nicht: die Bereiche Marketing und Vertrieb arbeiten bei uns im Hause eng zusammen. Sondern: Bei uns arbeiten Marketing und Vertrieb eng zusammen. Heiße Luft in Texten raubt den Lesern die Motivation. Sie müssen erst mühsam das sprachliche Gestrüpp beiseite räumen, um zum eigentlichen Sinn vorzudringen. Ersparen Sie ihren Lesern jeden Buchstaben, den sie nicht brauchen!

STELLSCHRAUBE 4: Anregende Zusätze
Um abstrakte Fakten begreifbar zu machen, helfen Einfachheit, Ordnung und Prägnanz allein nicht weiter. Würzen Sie ihre Geschichte mit Beispielen, Anekdoten und Vergleichen. Zu den „anregenden Zusätzen“ gehören darüber hinaus Grafiken und Fotos. Sie wissen ja: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

 

Lesetipp: Langer/Schulz von Thun/Tausch: „Sich verständlich ausdrücken“, Ernst Reinhard Verlag, München 2011